Die ungesehenen Bilder von  Arthur Degner

 

Deutscher Expressionismus in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts

 

Ausstellung vom 5.11.2021 - 129.1.2022

 

Vom Kaiserreich über die Roaring Twenties, durch die NS Diktatur bis hin zur deutschen Hippierepublik. Wir zeigen neue und noch niemals gesehene Arbeiten von Arthur Degner aus mehr als 6 Jahrzehnten.

Die Werkschau, das Wesen und das Werk des Malers, Graphikers und Kunstprofessors Arthur Degner stehen heute exemplarisch für die deutsche Kunst und Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Arthur Degner, Gemälde in Öl auf Leinwand oder Holzplatte, Gouachen & Mischtechniken auf Papier oder Karton

 

 

Einführungstext zur Ausstellung

 

Die meisten Gemälde und Grafiken von A. Degner, der als Wegbereiter des deutschen Expressionismus angesehen werden kann, galten lange Zeit als verschollen oder auch vergessen und wie durch eine glückliche Fügung oder vielleicht  ausgiebiege Recherche,  können wir in der kommenden Ausstellung  „Die ungesehenen Ölbilder“  von Herrn Arthur Degner präsentieren. 

Doch wer war dieser dieser Maler, der noch im alten Ostpreußen bei Königsberg geboren wurde, doch schon bald seinen Lebensmittelpunkt  in Berlin fand. Von 1906 bis 1908 studierte A. Degner an der Königsberger Kunstakademie, doch er sollte nicht in der Provinz verbleiben. In Berlin fand er seine Förderer in Max Liebermann und Lovis Corinth und wurde dort auch schon bald  ausgestellt. Die Galeristen und Verlegerbrüder Cassierer erkannten sein noch junges Talent  und mit ihrer Hilfe konnte Degner schon 1910 nach Paris reisen, auch um dort die angesagte Kunst des „Les Fauves“ zu studieren. In Georges Rouault  fand er vielleicht  einen Seelenverwandten, Edvard  Munch beeindruckte ihn sehr und zwischen Cesanne und Marees,  stark auch von Lovis Corinth beeindruckt, fand A. Degner  Schritt für Schritt  zu seinem frühen Stil. Der Maler galt in den 1910er Jahren als eines der größten Talente, noch malte er vielleicht angelehnt  „an den Stil der Berliner Sezession“,  doch schon bald  entwickelte er seine ganz eigenständige, farbengewaltige, expressiv-realistische Handschrift.  Naturstudien aus Ostpreußen, Portraits, Akte, Stilleben aber auch sakrale Themen gehörten zu seinen vornehmlichen Subjekts.  Weil A. Degner, der zumeist mit strengem architektonischen Aufbau komponierte,  die wesentlichen Dinge mit einer tiefen Seele und feinem Gespür  zu erfassen vermochte, reduzieren und durchdringen konnte,  gehörte der Maler und Grafiker schon seit den 1920er und 1930er Jahren zu den wichtigsten Bildenden Künstlern seiner Zeit.

Den Ersten Weltkrieg durchstand der Maler als Sanitäter, von den Nationalsozialisten wurde er verfehmt und geächtet, er galt als ein Entarteter und und setzte trotz allem, selbst in den 1940er Kriegsjahren, sein künstlerisches Werk mit großer Konsequenz fort. Degner gilt als Wegbereiter des deutschen Expressionismus. Oder wie andere behaupten,  als Maler des expressiven Realismus. Ein Art Verismus im Stil von Willi Jaeckel schwang auch immer in seiner Kunst und A. Degners Malweise  kann bis heute als recht zeitlos und modern betrachtet werden. Vielleicht auch deswegen, weil die Neo-Expressionisten,  aber auch bestimmte Kreise der Leipziger Schule, die malerischen Erkenntnisse des frühen 20. Jahrhunderts  fortsetzen konnten.

Weder die Debatte über den Formalismus noch andere kurzweilige Trends am Kunstmarkt konnten Degner von seinem konequenten, beseelten und farbgewaltigen Malstil abhalten und bis in die frühen 1970er Jahre arbeitete und überarbeitete Degner seine Gemälde und Gouachen  mit großer Ausdauer und Leidenschaft. Seine Seele blieb vermutlich zeitlebens in den weiten Landschaften des alten Ostpreußens verhaftet. Doch seit 1925 war sein fester und steter Lebensmittelpunkt,  Drehscheibe, Kontroverse und Energiepol  seines Schaffens, das sich immer wandelnde Berlin.

Viele seiner  Gemälde galten lange Zeit als zerstört oder verschollen und über 300 Arbeiten sollten  1943 bei einem Bombenangriff in seinem Atelier auf dem Ku`damm vernichtet worden sein. Doch heute wissen wir, dass einige seiner Werke in den Trümmern, aber auch in Sammlerkreisen überlebt haben. Und die eigentliche Sensation, nach Jahrzehnten  des Tiefschlafes, durch Vergessenheit und Versteckt sein, kommt ein guter Teil seiner Ölarbeiten, aber auch wichtige Teile seines zeichnerischen Frühwerkes, farbengewaltige Gouachen und Aquarelle, jetzt zurück in die Öffentlichkeit.  Und nicht ohne Stolz zeigen wir Ihnen heute in unserer Galerie  - die noch nie gesehenen Bilder  von Arthur Degner.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Planung

für 2022

 

"Menschen, Seele und Natur"

 Mit Bernd Schwarting (Malerei) und Clemens Heinl (Skulptur).

 

 

 

Bernd Schwarting, 2x großformatige Ölgemälde auf Leinwand und Clemes Heinl, Britta, Pappel-holz, 170 cm

 

 

 

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